GEBET FÜR DEN HEUTIGEN TAG



DU, das du mich durchpulst –

Möge ich deine Impulse heute wahrnehmen



DU, das du mich atmest –

Möge ich mich von deinem Hauch beleben lassen



DU, das du mich durchwärmst –

Möge ich deine Wärme spüren und weitergeben



DU, das du mich durchdringst –

Möge ich mich deiner würdig erweisen




DU, in dem ich Daheim bin

Gesegnet bin ich in Dir.






„Gott“ und DU

Als ich mich gegen Gott erhob
Und voller Zorn einen Stein warf
Auf Gott, den Sadisten,
Traf ich nur ein Bild,
Und das Bild zerriss.

Und als ich mich umdrehte,
Und in die entgegengesetzte Richtung
davoneilte, kam er mir
Schon von weitem entgegen.
Und es war Gott, der Beliebige.

Und als ich verwirrt davonlief
Und Schutz suchte bei Gott, dem Herrn,
Nahm er mich bei sich auf
Und ich blieb, bis Furcht mich überkam,
Verstoßen zu werden, wie andere vor mir.

Und als ich mich abwandte
Und Gott, dem Herrn, sagte:
„Du bist es nicht, den ich suche“ –
Fiel ich in bodenlose Tiefe
und Grauen griff nach mir.

Und als mein Schrecken sich legte
Erkannte ich, dass die Tiefe,
In die ich stürzte, Gott,
Das unbegreifliche Geheimnis, war
Und ich versuchte, fliegen zu lernen.

* * *

Und als ich das Fliegen nicht lernte
Und nicht mehr glaubte an keinen
Fandest DU mich
Unnennbar, Lebensspendend, Unergründlich
Und ich war DAHEIM

Und immer wieder neu Fallen ins Exil
Und immer wieder neu Gefunden werden
Und immer wieder neu DAHEIM
Und immer wieder neu...

DU.